Eine Kampagne des Kinderschutzbundes Kassel mit Unterstützung des Rotary Club Kassel Wilhemlshöhe

Gesundes Aufwachsen ist ein Kinderrecht

Das ist unsere Motivation in diesem Jahr einen besonderen Blick auf Trinkwasser zu werfen. Trinkwasser ist einerseits so selbstverständlich und andererseits im Trinkverhalten so ungewohnt. Wie oft wird zu zuckerhaltigen Getränken gegriffen, ohne die Risiken für Kinder zu bedenken. Wir möchten aufmerksam machen und die Lust auf TrinkWasser! stärken.

Am 23. März 2026 startet unsere Kampagne TrinkWasser! mit Unterstützung des Rotary Club Kassel Wilhelmshöhe.

Das Projekt endet mit dem Weltkindertag, der in Kassel in diesem Jahr schon am 18. September mit einem großen Kinderfest gefeiert wird.

Alles was zwischen diesen beiden Terminen stattfindet erfahren Sie auf dieser Seite.

Wir halten Sie auf dem Laufenden zu verschiedenen Aktionen und aktualisieren immer wieder die fachlichen Beiträge zu den Themenbereichen: Gesundheit, Leistung und Nachhaltigkeit. Diese Texte verfassen versierte Fachleute, die damit das Projekt unterstützen.

Den Auftakt machen:

Dr. Ralph Melchior, Kinderarzt
für den Bereich: Leistung                       

Dr. Jatina Vogl, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie
für den Bereich: Gesundheit

n.n.
für den Bereich: Nachhaltigkeit

Leistung

Bedeutung von Wasser für Kinder

Dr. Ralph Melchior

Wasser ist das zentrale Element für die Entwicklung von Leben. Gerade für Kinder stellt Wasser ein besonders wichtiges Lebenselixier dar.

Kinder besitzen geringere Flüssigkeitsreserven als Erwachsene, sind also auf regelmäßiges Trinken von Wasser angewiesen.

Durch Schwitzen wird die Körpertemperatur reguliert, so dass bei Hitze der Wasserbedarf deutlich ansteigt. Dementsprechend muss Kindern der regelmäßige Zugang zu Trinkwasser ermöglicht werden.

Der tägliche Bedarf an Wasser ist sehr stark altersabhängig und liegt bei Säuglingen bei ca. 1/6 bis 1/8 des Körpergewichts, während bei Jugendlichen und Erwachsenen ca. 1/30 ausreicht. Bei körperlicher Belastung und Hitze steigt der Bedarf sprunghaft an. Insofern benötigen Kinder regelmäßig Zugang zu sauberem Trinkwasser. Umgekehrt besitzen gesunde Kinder die Fähigkeit, selbständig die Flüssigkeitsaufnahme zu steuern. Es ist also nicht notwendig, dass Erwachsene die Flüssigkeitsaufnahme kontrollieren!
Bedeutung von Wasser für Kinder

Dr. Ralph Melchior

Wichtig ist die Gewöhnung des Kindes an die Routine, Durst mit Wasser und nicht mit gesüßten Getränken zu stillen. Zucker hebt kurzfristig den Blutzucker stark an. In der Folge kommt es zu einem über das Normale hinausgehenden Absturz des Blutzuckers, so dass erneut große Mengen Zucker durch Hungergefühl verlangt wird. Dies ist ein Teufelskreis, der Kinder unnötig Energie aufnehmen lassen, was dann zu Übergewicht führt.

Auf die Zähne wirkt Zucker ätzend, so dass Karies entsteht. Noch schlimmer ist der gesundheitsschädliche Effekt in Energydrinks, die das Gefühl einer höheren Leistungsfähigkeit vermitteln, tatsächlich aber zu einer relevanten Leistungsminderung führen.

In unserer Gesellschaft kämpfen immer mehr Kinder mit Übergewicht und Karies. Durch die Verwendung von Wasser statt Limonaden lassen sich leicht viele Kalorien „sparen“, um eine günstigere Gewichtsentwicklung zu ermöglichen. Das gelegentliche Trinken von z.B. Softdrinks ist dann als wirklicher Genuss für die Kinder zu erleben und bleibt etwas Besonderes!

Gesundheit

Warum Wasser für Kinder das beste Getränk ist

Dr. Jatina Vogl

Am 20. März, dem Tag des Wassers, lohnt sich ein Blick auf das wichtigste Getränk für unseren Körper: Wasser. Gerade für Kinder ist es die beste Wahl im Alltag – auch aus zahnärztlicher Sicht.

Viele beliebte Kindergetränke wie Limonaden, Säfte oder sogenannte Quetschies enthalten viel Zucker. Dieser Zucker dient Mundbakterien als Nahrung. Sie produzieren daraus Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und langfristig zu Karies führen können.

Wasser dagegen ist völlig zahnschonend. Es enthält keinen Zucker und keine Säuren, die den Zahnschmelz schädigen könnten. Außerdem hilft Wasser dabei, Speisereste aus dem Mund zu spülen und die natürliche Reinigung der Zähne zu unterstützen.

Wenn Kinder von klein auf lernen, regelmäßig Wasser zu trinken, ist das eine einfache und sehr wirkungsvolle Maßnahme für gesunde Zähne. Deshalb empfehlen Zahnärztinnen und Zahnärzte: Wasser sollte im Alltag das Hauptgetränk sein – zu Hause, im Kindergarten und in der Schule.
Was süße Getränke mit den Zähnen machen

Dr. Jatina Vogl

Viele Kinder trinken im Alltag Saftschorlen, Limonaden oder Fruchtpürees aus Quetschbeuteln. Diese Getränke wirken auf den ersten Blick harmlos – für die Zähne können sie jedoch problematisch sein.

Der Grund liegt im enthaltenen Zucker. In der Mundhöhle leben viele Bakterien, die Zucker verstoffwechseln. Dabei entstehen Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Dieser Prozess wird als Karies bezeichnet. Besonders kritisch wird es, wenn Kinder über den Tag verteilt immer wieder kleine Mengen süßer Getränke zu sich nehmen. Dann werden die Zähne ständig Säureangriffen ausgesetzt.

Auch Fruchtprodukte sind nicht automatisch zahnschonend. Viele enthalten natürliche Fruchtsäuren, die zusätzlich den Zahnschmelz belasten können.

Wasser hat diesen Effekt nicht. Es enthält weder Zucker noch Säuren und neutralisiert den Mundraum. Zudem unterstützt es den Speichel, der eine wichtige Schutzfunktion für die Zähne hat. Aus zahnmedizinischer Sicht ist Wasser daher die beste Wahl für den täglichen Durstlöscher.
Warum häufiges Nuckeln an süßen Getränken problematisch ist

Dr. Jatina Vogl

Neben dem Zuckergehalt spielt auch die Art des Konsums eine wichtige Rolle für die Zahngesundheit von Kindern. Viele süße Getränke werden über längere Zeit getrunken – zum Beispiel aus Trinkflaschen oder Quetschbeuteln. Dadurch bleiben Zucker und Säuren dauerhaft im Mund.

Der Zahnschmelz wird dabei immer wieder angegriffen. Besonders Milchzähne sind empfindlicher, weil ihr Schmelz dünner ist als der bleibender Zähne. Häufiges Nuckeln kann deshalb frühzeitig zu Zahnschäden führen, etwa zur sogenannten Early Childhood Caries, einer Form der frühkindlichen Karies.

Ein weiterer Faktor ist der pH-Wert im Mund. Nach dem Konsum zuckerhaltiger oder saurer Getränke sinkt dieser Wert deutlich. Erst nach einiger Zeit kann der Speichel den Mundraum wieder neutralisieren. Wenn in dieser Phase erneut Zucker aufgenommen wird, beginnt der Prozess von vorn.

Wasser unterbricht diesen Kreislauf. Es ist neutral, unterstützt den Speichelfluss und belastet die Zähne nicht. Deshalb empfehlen Zahnärztinnen und Zahnärzte: Für den täglichen Durst sollte Wasser die erste Wahl sein.

Nachhaltigkeit

Text folgt…

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In Zusammenarbeit mit:

Carolin Ludwig (Plakatgestaltung); Lukas Swiatkowski (Video Produktion)